ELECTLifelong Learning Programme / Education and Culture DG
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Grundlagen und Hintergrund des ELECT- Projekts

Während der letzten 20-30 Jahre gab es in der Gesundheitspolitik der meisten westlichen Wohlfahrtsstaaten einen Paradigmenwechsel. Das traditionelle psychiatrische Versorgungssystem hat sich gewandelt und bewegt sich mehr und mehr auf eine gemeindenahe Struktur der Dienste und Einrichtungen im Bereich psychosozialer Rehabilitation zu, in der die Bedürfnisse der Psychiatrie Erfahrenen im Mittelpunkt stehen.
Die alten medizinischen Modelle wurden durch zahlreiche sozialere, ganzheitliche und Empowerment Konzepte in Frage gestellt. Das Clubhaus als Modell der psychosozialen Rehabilitation für Menschen mit „psychisch kranker Gesundheit“ zielt auf die vollständige Teilhabe an Erwachsenenbildung und Beschäftigung.

Gleichzeitig verschiebt sich die Rolle der psychiatrischen Patienten auch langsam von einem defizitorientierten hin zu einem auf Stärken und Fähigkeiten basierenden Rollenverständnis. Gemäß der Aussage eines berühmten Slogans sagt man heutzutage: „Schau auf die Fähigkeiten und nicht auf die Defizite!“.
Außerdem haben die Menschen mit psychischer Erkrankung, im Vergleich zu früher, sowohl ihre Wünschen nach mehr und besserer Bildung und professioneller Schulung als auch ihren Erwartungen und ihrem Wunsch nach Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt stärkeren Ausdruck verliehen.

Gemäß eines Berichts von Bob Grove, Jenny Secker und Patience Seebohm (Hrsg) „New Thinking about Mental Health and Employment“ (Radcliffe Veröffentlichung, Oxford 2005) - „Neue Denkweisen über psychische Gesundheit und Arbeit“ besteht in Großbritannien dringender Bedarf nach professioneller Ausbildung und Unterstützung im Bereich Arbeit.: Die meisten Menschen, die an Schüben von psychischer Krankheit leiden, würden gerne arbeiten, jedoch sind bislang weniger als 20% in einem beschäftigt. Bei jenen, mit der Diagnose Schizophrenie liegt die Arbeitslosenquote bei nahezu 95%.
Von allen Gruppen der Behinderten haben Menschen mit psychischen Problemen am seltensten ein Arbeitsverhältnis. Bezogen auf das Streben nach Bildung, wünschen sich fast 70 % Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen, aber nur 18% befanden sich in einer Ausbildung. Die Lücken zwischen benötigter und erhaltener Hilfe und Unterstützung sind in etwa ähnlich.
Als entscheidende Hindernisse für eine Beschäftigung, nannten 51 % der Befragten, fehlende Fertigkeiten und Qualifikationen, 54% fehlende Berufserfahrung und 53 % fehlende ange-messene Unterstützung.(ebd. S.12-14)
Dieser Bericht ist voller Informationen über die Grundlagen und Hintergründe dieses Projektes, weil diese Untersuchungsergebnisse auch in anderen europäischen Ländern zutreffend sind.

Psychische Probleme sind in allen Ländern bekannt und verursachen eine Menge menschliches Leid und Behinderungen. Menschen mit diesen Krankheiten sind sozialer Isolation, schlechter Lebensqualität und höherer Sterblichkeit ausgesetzt. Menschen mit psychischer Erkrankung werden oft stigmatisiert, diskriminiert und in ihren Menschenrechten verletzt - auch in den Bereichen Aus- und Weiterbildung. Psychische Erkrankungen, soziale Ausgrenzung und Armut bewirken eine negative Kettenreaktion. Das ELECT Projekt versucht diesen negativen Kreislauf in einen positiven umzudrehen. Durch die Entwicklung von unterstützter Bildung und begleitenden Lernmethoden, individueller Vor-Schulung und der „Unterstützung beim Lernen lernen“ verbessert das ELECT Projekt die Lebensqualität von Menschen mit psychischer Erkrankung und ihren Zugang zur Erwachsenenbildung. Für Menschen mit psychischen Erkrankungen werden speziell entwickelte Methoden zur Unterstützung der Weiterbildung benötigt, da die bestehenden Konzepte hauptsächlich für andere Gruppen von Menschen mit Behinderungen konzipiert sind.
Stakes - National Research and development Centre for Welfare and Health Inclusive Employment Initiatives -group